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PROBLEMFELD LANDWIRTSCHAFT > GLYPHOSAT

Vom Glyphosat zum Homo Glyphosatis?

Die Entwicklung zeigt, dass Glyphosat auch bei der deutschen Bevölkerung schon als ein fester Bestandteil des menschlichen Organismus angesehen werden muss. Die Heinrich-Böll-Stiftung hat bereits 2016 in einer
Untersuchung festgestellt, dass bei rund 75 Prozent der Probanden mindestens 0,5 Mikrogramm Glyphosat pro Liter in ihrem Urin enthalten ist. Der Grenzwert für Rückstände im Trinkwasser liegt bei 0,1 Mikrogramm pro Liter. Insgesamt fanden sich bei 99,6 Prozent der Probanden Rückstände – fast jeder hatte Glyphosat im Urin.

In diesem Zusammenhang besonders beunruhigend ist, dass niemand ausschließen kann, dass das Pflanzengift schon in naher Zukunft auch eine Veränderung des menschliche Erbguts zur Folge haben wird.

Angesichts dieser besorgniserregenden Tatsache hätten im Regierungslager eigentlich schon längst alle Alarmglocken läuten müssen. Fakt ist aber, dass bereits am 31. Juli 2013 sowie am 5. Mai 2015 jeweils eine
Petiton beim Deutschen Bundestag eingereicht wurde, um im „Ackerbau ein Verbot der Ausbringung von Glyphosat als Herbizid“ durchzusetzen – leider waren beide Initiativen vergeblich.

Und heute?
Nachdem CSU-Landwirtschaftsminister Christian Schmidt am 27. November 2017 in Brüssel der Verlängerung der Zulassung von Glyphosat zugestimmt und damit gleichzeitig gegen die Geschäftsordnung der Bundesregierung verstoßen hat, verlieren immer mehr Bürgerinnen und Bürger das Vertrauen in die Politik. Vieles spricht allerdings dafür, dass Christian Schmidt im wahrsten Sinne nur als Bauernopfer herhalten sollte, damit sich Merkel und Seehofer dahinter verstecken können.

Nur wenige Tage später, am 7. Dezember 2017, titelt der
Spiegel: „Bundesregierung hilft bei Geheimhaltung von Glyphosat-Studien“. Damit verstärkt sich der Eindruck, dass wir es in diesem, für die Gesundheit der Bevölkerung so wichtigen Bereich, von Berlin bis Brüssel mit Strukturen zu tun haben, die primär dem Profitstreben der Konzerne, nicht aber den Interessen der Bürgerinnen und Bürger dienen.

Wie dramatisch sich Glyphosat auf die menschliche Gesundheit auswirken kann, scheint nur einer Minderheit der deutschen Bevölkerung bewusst zu sein. Ein Video des argentinischen Fotografen Pablo Piovano zeigt sehr eindrucksvoll, welch unvorstellbare Entstellungen und Krankheitsverläufe durch das Ausbringen von Glyphosat hervorgerufen werden können.

Es ist höchste Zeit, mit allen zur Verfügung stehenden, demokratisch legitimen Mitteln den Druck auf die politische Entscheidungsebene zu erhöhen. Ziel muss sein, den massenhaften Einsatz von Glyphosat in der Landwirtschaft zu verbieten.